Im Februar, als ich bei OnlineWelten begann, war mein erster Kontakt zu Spielentwicklern Flagship Studios. Mein erster Tag im Büro war demnach schon sehr aufregend. Die drei Leute von Flagship stellten uns ihr MMOG Mythos vor, welches sehr stark an Diablo 2 erinnert. Travis Baldree (Game Programmer) führte mich dabei durch das Spiel und zeigte mir die Möglichkeiten, die es bis jetzt schon so gibt. Chris Clarke (Head of European Public Relations) hielt sich etwas bedeckt, er übergab mir zum Ende der Präsentation eine CD mit jeder Menge Material. Max Schaefer (Chief Operating Officer) kam mir irgendwoher bekannt vor, doch erst nach dem Spielvorstellung fiel es mir wieder ein. Er war mal Vizepräsident bei Blizzard Entertainment in den USA! Ich werd verrückt …
Aber zurück zum Spiel. In Mythos kann man eins von drei Völkern verkörpern. Menschen, Gremlins und Satyrn. Hat man sich ein Volk ausgesucht, geht es weiter zur Berufswahl. Hier stehen derzeit der Bloodletter (Krieger), der Pyromancer (Feuermagier) und der Gadgeteer (Bastler, Erfinder) zur Verfügung. Weitere Berufe und auch Völker sind in Planung, so wird es beim offiziellen Start einen Zyklopen geben, der sicher etwas größer und grobschlächtiger sein wird, als die bisher verfügbaren Klassen.
Der Inhalt des Spiels ist schnell erklärt. In der Hauptstadt Stonehill nimmt man diverse Quests an und schon kann es losgehen in die nähere Umgebung. Dort moscht man sich durch die ersten, recht spärlichen, Reihen von wilden Tieren und ein paar Standartmonstern wie Skeletten und Zombies. Nach und nach steigt man auf und verteilt seine Skillpunkte auf die verschiedenen Attribute und Fähigkeiten. Bis zum Level 5 kann man auch alles noch mal umwerfen, danach wird dem Spieler dafür ein gewisser Obolus abgeknöpft.
Als Spielmodi kann man Normal, Elite oder gar Hardcore auswählen. Der Charakter wird im Spiel dann auch für alle anderen entsprechend angezeigt. Elite-Spieler erkennt man an der goldenen Krone, Hardcore-Spieler an dem Totenkopfsymbol. Beim Elite-Modus ist alles nur etwas schwerer, wer beim Hardcore-Modus den Löffel abgibt, kann sich schon mal einen neuen Charakter erstellen. Auf lange Sicht ist man natürlich daran interessiert, seine Fähigkeiten auszubauen und immer bessere Gegenstände zu bekommen. Gut finde ich, dass das Geld, welches von den Monstern fallen gelassen wird, automatisch in unseren Geldbeutel wandert. Gegenstände muss man aber noch selbst per Klick aufheben. Ist man in der Gruppe unterwegs, so sieht man nur den für sich vorgesehenen Loot, sodass es erst gar keine Streitereien gibt.
Ist man dann beim Endgegner angekommen, sollte man ein Auge auf seine Lebensanzeige haben. Denn ist man von den Massen, die man bisher mit Links platt gehauen hat, noch auf einem Höhenflug, holen euch die Bosse wieder auf den Boden der Tatsachen. Daher immer einen Finger auf der jeweiligen Taste haben, sonst ist man recht schnell tot. Passiert dies, bringt uns ein speziell dafür ausgebildeter NPC direkt zurück zu der Ebene, wo wir das Zeitliche gesegnet haben und auch die guten, alten Stadtportale, um überfüllte Taschen bei einem Händler zu entleeren, wurden natürlich nicht vergessen. Mit der Zeit sammelt man immer neue Karten auf, die wiederum neue Quests ermögliche. Ein großes Plus ist übrigens, dass nur einer die jeweilige „Questrolle“ braucht, alle Gruppenmitglieder können an dieser Aufgabe teilnehmen, ganz egal ob sie die Quest ebenfalls im Log haben oder nicht.
Das Spiel hat es wirklich in sich! Zwar ist noch längst nicht alles fertig, aber für eine geschlossene Beta reicht es auf jeden Fall. Man rechnet derzeit mit einer offenen Beta in vier bis sechs Wochen, dann könnt ihr euch selbst ein Bild von dem Spiel machen. Es wird ein kostenloses MMOG sein, was aber, ähnlich wie bei Diablo 2, ein reines Monster-Hacken ist. Zeitweise steht man in einem Pulk von allerlei Ungetümern und klickt nur noch wild drauf los. Ein schöner Zeitvertreib und sicher auch sehr gut dazu geeignet, um etwas Stress abzubauen.
Mehr zum Spiel findet ihr auf der momentan etwas eingestaubten offiziellen Mythos-Website. Dort kann man sich auch schon für die Beta anmelden. Wann es dann endlich soweit ist, bleibt noch abzuwarten.

