Rückblick auf die RPC 2009

Ich bin bereits wieder in Berlin, obwohl die RPC noch nicht vorbei ist. Die letzten 48 Stunden waren mit recht gemischten Gefühlen verbunden. Am Freitag würde ich die RPC als Reinfall bezeichnen, am Samstag, also heute, würde ich schon eher sagen, dass sie ein Erfolg war. Ich bezweifle zwar stark, dass man an die angepeilten 50.000 Besucher herankommen wird, aber das wird sich dann ja nächste Woche zeigen. Wenn am Freitag viel da waren, dann vielleicht 1000 Besucher. Mehr waren es nicht. Dafür war es heute recht voll, am Pegasus Spiele Stand waren alle Tische besetzt und die Supporter hatten gut zu tun. Alle in allem sicher eine gelungene Veranstaltung, die aber so langsam an ihre Grenzen stößt. Ob der Standortwechsel mit zu diesem Umstand beigetragen hat, ist ungewiss. Da mag sich jeder ein eigenes Urteil bilden.

Am Freitag war demnach dann genügend Zeit, sich auf der Messe umzuschauen. Schnell merkte man, dass es im Grunde allen so ging. Kaum einer hatte keinen Ausstellerausweis um den Hals hängen und so wurde vielen sehr schnell klar, dass man sich den Freitag hätte sparen können. Das gute Wetter (25°C) und die Tatsache, dass es sich bei dem Freitag um einen ganz normalen Arbeitstag handelte, trugen ihr Übriges dazu bei. Jürgen und ich sahen uns also bei den zahlreichen anderen Ständen um und spielten unter anderem Small World (Days of Wonder), Monsterpocalypse (Ulisses) und Frag! (Pegasus).

Nebenbei lernte ich Stefan und Guido von Asmodeé kennen und traf auf die ersten Siebenwind-Spieler, die hier auf der RPC einen ganz eigenen Stand belegten. Recht passend, wenn man überlegt, dass Siebenwind dieses Jahr sein siebenjähriges Jubiläum feiert. Neben der Ratsleiterin höchstpersönlich waren auch andere Spieler vor Ort, schön sie mal in echt kennenzulernen.

Mein Blickfang an diesem Tag war ein Liverollenspieler, der in das Kostüm eines Satyrs geschlüpft war und etwas unbeholfen über die Messe lief. Für alle die nicht wissen, was ich jetzt meine, benutzen bitte Google oder lassen es sich kurz von mir erklären. Ein Satyr ist ein gehuftes, menschliches Wesen, mit Ziegenbeinen und einer Panflöte um den Hals. Der Kopf wird von kleinen Hörnern geziert und auf Kleidung wird meistens verzichtet. So auch in diesem Fall, was schön anzuschauen war.

Nach der Messe ging es dann direkt zum Etap Hotel, welches ich zentraler vermutet hätte, als es dann letztendlich war. Das nächste Mal schlafe ich direkt am Bahnhof und zahle ein paar Euro mehr pro Nacht. Das Hotel weckte Erinnerungen an meine Zeit in Frankreich, doch das hat hier nichts zu suchen.

Am Samstag war deutlich mehr los. Als ich gegen 10:05 Uhr am Eingang zu den beiden RPC-Hallen ankam, waren deutlich mehr Menschen vor Ort. An den drei Glastüren standen Charaktere aus dem Star Wars Universum Spalier, bestimmt dreißig an der Zahl und wiesen dem Besucher den Weg zur Role Play Convention. Ich muss schon sagen, einen Moment lang hatte ich Gänsehaut und dann ging es auch schon weiter. Einen kurzen Schock bekam ich, als ich sah, dass eine Vielzahl von Besuchern den gestern noch recht gut passierbaren Eingang verstopft hatte. Ein beherztes Rufen, dass Aussteller bitte vorkommen sollten, gab mir neuen Mut und kurze Augenblicke später befand ich mich am Pegasus Spiele Stand.

Hier war noch nicht so richtig was los, also nutzte ich die Gunst der Stunde, schnappte mir meine Kamera und begab mich auf die Jagd nach guten Bildern. Die 5000 Orks, die Helms Klamm stürmten, waren dabei eins meiner begehrtesten Ziele. Zu dritt haben die Macher der Miniaturen fast  zwölf Stunden gebraucht, um alles so aufzubauen, wie man es auf den Fotos sehen kann. Danach habe ich hier und da mal auf den Auslöser gedrückt und ratet mal, wen ich wiedergetroffen haben. Genau, den Pan. Diesen habe ich bei einem Weinhändler aufgestöbert, wie er gerade mit einer Begleiterin Weinproben verkostete.

Gegen Mittag, also 12:00 Uhr, machte ich mich dann daran, ein paar Spiele zu erklären. Die erste Gruppe wollte wissen, wie „Die Sterne stehen richtig“ funktioniert und da ich das Spiel recht gut kenne, mein Eigen nennen und zudem auch noch als Supporter für Pegasus Spiele vor Ort war, hatten sie in mir einen willigen Erklärbären gefunden. Eine gute Stunde später hatten wir dann auch einen Gewinner und die Leute waren zufrieden gestellt. Im Laufe des Nachmittags durfte ich dann noch „Munchkin Freibeuter“ und „Circus Maximus“ erklären, auch zwei sehr schöne Spiele aus dem Spielprogramm von Pegasus.

Zwischendrin war ich immer mal wieder beim Siebenwind Stand, bei Asmodeé  und bei Ulisses Spiele. Auch hier war volles Haus, sodass ausgiebiges Quatschen wie gestern natürlich nicht möglich war. Marcel erklärte am laufenden Band „Anima“ und Stefan war mit vielen Fragen zum Programm von Asmodeé beschäftigt. Gegen 16:00 Uhr strich ich dann die Segel und begab mich Richtung Ausgang.

Was mich erstaunte, immer noch kamen zahlende Gäste, dies müssen wohl die Rollenspieler gewesen sein, die heute bis spät in die Nacht gemeinsam in fantastische Welten abtauchen werden. Hätte ich die Zeit, wäre ich mitgegangen, aber schon morgen warten die Berliner Spieletage in Berlin auf mich.

Ich empfand die Role Play Convention als sehr angenehm. Die Arbeit als Supporter stand diesmal für mich deutlich im Hintergrund, was teilweise an den ausgebliebenen Gästen lag. Ich hatte die Möglichkeit neue Spiele auszuprobieren, mein Wissen mit anderen zu teilen und habe die eine oder andere schöne Aufmachung sehen können. Von Orken über schwer gerüstete Soldaten bis hin zu Pummelelfen war alles mit dabei. Eine gesunde Mischung aus allen Bereichen des fantastischen Spiels und somit auch nächstes Jahr wieder die Reise wert.

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