Crunch
21. April 2009 von Tanis
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Die Bankenkrise ist noch recht jung und umso aktueller ist natürlich das Thema. Bei Crunch (Die Krise) spielt man einen von maximal vier Bankvorständen und versucht im Laufe des Spiels, neben den normalen krummen Geschäften auch für sich selbst vorzusorgen, denn auch im Alter hat man Bedürfnisse, die sich am besten mit viel Geld befriedigen lassen.
Während man Arbeitskräfte (Workforce) einstellt und diesen Löhne (Debt) zahlt, versucht man seinen Kontrahenten Streiks unterzujubeln, um deren Profite in den Keller zu treiben. Anteile an Öl- oder Waffenkonzernen sind immer gut und zahlen sich im Falle eines Crunch (einer Krise) aus. Doch man sollte aufpassen, dass man sich nicht all zu sehr verschuldet. Solange keiner etwas von den Schulden mitbekommt, ist alles gut, doch wenn dann mal der Finanzprüfer vorbeischaut, kann es ganz schnell vorbei sein.
Ebenso muss man auf den Ruf (Trust) seiner Bank achten, wenn dieser nämlich vollkommen den Bach runtergegangen ist, wars das mit der Karriere als Bankvorstand. Dann darf man nur noch zuschauen, wie die anderen Gelder verschieben und insgeheim darauf hoffen, dass die veruntreuten Gelder ausreichen, um am Ende das meiste Geld sein Eigen zu nennen.
Das Spiel ist bisher nur in englisch erschienen, ob es eine deutsche Lokalisation geben wird, ist fraglich. Auch schon wie der Vorgänger “War on Terror” fand sich aufgrund des prekären Themas kein Verlag, der das Spiel herstellen wollte. So wird man wohl vorerst mit der englischen Version Vorlieb nehmen müssen, was aber im Grunde kein Problem darstellen sollte.
Kurzinfo
Publisher: TerrorBull Games
Release: 2009 (UK)
Spieler: 2-4 Spieler
Alter: ab 12 Jahren
Genre: Fun
Spieldauer: 45 Minuten
Autoren: Andrew Sheerin, Andrew Tompkins
Illustrationen: Tom Morgan-Jones
EAN-Code: 5060200250013
Verpackung
Die Verpackung ist aus Standartpappe und beinaltet sämtliche Spielmaterialien. Die Illustration auf der Vorderseite gibt schon mal einen kurzen Einblick darauf, was den Spieler erwartet. Ebenso sind die Angaben wie Spieldauer, Spieleranzahl und Altersempfehlung verzeichnet. Auf der Rückseite ist eine kurze Zusammenfassung des Spiels niedergeschrieben.
Abmessungen: folgt noch (Breite, Länge, Tiefe)
Gewicht: folgt noch
Inhalt
- 64 Actions/Vermögenskarten (Asset/Action Cards)
- 34 Ereigniskarten (Event Cards)
- 15 Konzern/Finanzierungshilfekarten (Trust/Goverment Bailout Cards)
- 15 Personalkarten (Workforce Cards)
- 1 Anleitung (sheet of rules)
Alles was man zum Spielen benötigt, ist im Spiel enthalten. Die Kartendecks rotieren das ganze Spiel hindurch, also keine Sorge wegen zu weniger Spielkarten. Die Karten bilden vier Kartendecks, von denen sich alle Spieler bedienen.
Die Karten im Einzelnen:

- 64 Altions/Vermögenskarten (Asset - Wert von 1 bis 7 Milliarden)
Vermögenskarten können als Schulden auf Personalkarten ausgelegt, in der Hand behalten oder veruntreut werden. Einige haben zusätzlich noch Aktionsmöglichkeiten.

- 34 Ereigniskarten (Event - mit Geschehnissen die alle Spieler betreffen)
Ereigniskarten betreffen immer alle Spieler. Jede Runde wird eine dieser Karten aufgedeckt.

- 15 Konzern/Finanzierungshilfekarten (Trust - zwischen nichts und 5 Milliarden staatlicher Zuschüsse)
Die Konzern/Finanzierungshilfekarten stellen den Ruf bzw. die Glaubwürdigkeit der jeweiligen Bank dar. In schweren Zeiten können diese abgelegt und finanzielle Unterstützung vom Staat erbeten werden.

- 15 Personalkarten (Workforce - Low, Middle und High Risc)
Die Personalkarten gibt es in drei Farben (grün, orange und rot) und stellen den Typ der Lohnkosten dar. Niedriges Risiko (grün), mittleres Risiko (orange) und hohes Risiko (rot). Jede Karte zeigt an, wieviele Vermögenskarten auf dieser abgelegt werden können. Außerdem sind jede Runde die Personalkosten für die jeweilige Karte aufzubringen. Kann man dies nicht, ist man bankrott!
Spielablauf
Der Spielablauf beinhaltet immer die vier, nacheinander folgenden, Schritte.
- Personal verwalten
a) Personal einstellen
b) Personal entlassen
c) nichts tun - Betriebskosten zahlen
- Vermögen als Schulden (Lohnerhöhungen) auslegen
- Ereigniskarte aufdecken
Immer wenn man an der Reihe ist, kann man zu seinem Personal weitere Mitarbeiter einstellen. Dazu nimmt man die oberste Personalkarte (Workforce). Gefällt einem diese nicht, kann man für 1 Milliarde die oberste Karte unter den Stapel legen und die oberste Karte aufdecken. Wenn man neues Personal einstellt, bekommt man auf jeden fall eine Konzernkarte (Trust).
Arbeitskräfte entlassen wirft kein gutes Bild auf das Bankgewerbe. Wenn der Spieler Leute entlässt, muss er die oberste Konzernkarte (Trust) unter den dazugehörigen Zugstapel legen.
Nichts tun ist am Einfachsten, alles bleibt so wie es ist …
Danach bezahlt man seine Arbeitskräfte, dazu addiert man die Summer der Betriebskosten oben rechts auf den Personalkarten und bezahlt die entsprechende Summe mit Vermögenskarten (Asset) von der Hand. Wer es nicht passend hat, bekommt auch kein Geld zurück!
Als dritter Schritt ist dann das erhöhen der Schulden an seine Arbeitnehmer möglich. Dies wird dann durch bestimmte Ereigniskarten (Interest Payments) mit fetten Gewinnen belohnt. Man sollte also genau überlegen, welcher Personalsparte man wieviel Geld zukommen lässt.
Als letzte Aktion wird die oberste Ereigniskarte (Event) aufgedeckt und geschaut, was da so kommt. So kann es passieren, dass es eine Finanzkrise (Crunch) gibt, oder aber bestimmte Personalgruppen Geld ausschütten. Der Weltfrieden ist auch Teil des Spiels, hier verliert man jedoch Anteile an der Waffenindustrie. Was man nicht alles tut, für ein gutes Firmenimage.
Fazit
Eine klasse Umsetzung für ein weiteres, kritisches Spiel aus dem Hause TerrorBull Games. Die Finanzkrise wird hier aufs Korn genommen und an alles wurde gedacht. Es ist ja nur ein Spiel … oder doch nicht? Vor der Bank von England konnten die drei Macher von Crunch jedenfalls niemanden zu einer Runde Crunch bewegen. Die Illustrationen sind herrlich sarkastisch, ebenso die Karten und ihre oftmals rabenschwarze Funktion.
Sehr zu empfehlen für Menschen mit dem entsprechenden Humor. Wem War on Terror gefiel, der wird auch an Crunch seine helle Freude finden. Die Mindestspieleranzahl ist für meinen Geschmack jedoch zu gering, zu leicht wird man beim Wegschaffen von Geldern erwischt. Ab drei Spielern ist genügend Trubel am Tisch, so dass man sich unbehelligt die eigenen Taschen vollstecken kann.
Wertung
| Spiel | Material | ||||||
| Interaktion | Anleitung | Glück | |||||
| Spielspaß | Umfang | Strategie | |||||
| Wiederspielwert | Verpackung | Schwierigkeit | |||||
| Gesamt | Gesamt | ||||||
| Gesamtwertung |
Weitere Rezensionen
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[...] denn mehrere tausend Kopien wurden bisher verkauft und seit Mitte April hat man ein zweites Spiel (Crunch) im [...]
[...] War on Terror. Beide Spiele sind aus dem Hause TerrorBull Games und kommen aus Groß Britannien. Crunch nimmt die Bankenkrise auf die Schippe und lässt die Spieler als Bankvorstände Gelder veruntreuen, [...]
[...] http://www.spieleabend-berlin.de/2009/04/21/crunch-review/ [...]