War on Terror


Der Krieg gegen den Terrorismus, ein aussichtsloser Kampf? Nicht beim War on Terror Brettspiel von TerrorBull Games aus England. Hier versucht man als eines der teilnehmende Imperien (Empires) möglichst lange auf der guten Seite zu bleiben und die Welt von allem Übel zu befreien. Doch der Weg zu einer besseren Welt ist steinig und oft muss man selbst gewisse Dienste in Anspruch nehmen, um seinen rechtmäßigen Anspruch auf ein Stück Land durchzusetzen.

War on Terror ist ein satirisches Spiel, das die Vorgehensweise beim Krieg gegen den Terrorismus auf die Schippe nimmt. Im Laufe des Spiels wird jedem Spieler klar, dass er alleine nicht gewinnen kann doch einen “echten” Zusammenhalt gibt es halt doch nur auf der dunklen Seite der Macht. So wird man all zu oft vor der Entscheidung stehen, alles Gute fahren zu lassen, um mit zu den Gewinnern zu gehören.

Die “Guten” spielen im Grunde erstmal nur für sich, auch wenn sie natürlich Absprachen treffen werden. Die “Bösen” bilden eine Interessensgemeinschaft und werden von ihrem Beitritt zur Gemeinschaft alles versuchen, den Empire-Spielern zu schaden. Hier wird in der Regel der Schwächste unter Ihnen als erstes ins Fadenkreuz des Terrorismus geraten, doch die verbliebenen Imperien werden ihm bestimmt helfen.

Ein wunderschön sarkastisches Spiel, das man nicht all zu ernst nehmen sollte. Mit der nötigen Portion Humor kann man aber jede Menge Spaß haben. Das Spiel ist bisher nur in englisch erschienen, ob es eine deutsche Lokalisation geben wird, ist fraglich. Eine deutsche Spielanleitung wurde aber bei BoardGameGeek hinterlegt.

Kurzinfo

Publisher: TerrorBull Games
Release: 2006 (UK)
Spieler: 2-6 Spieler
Alter: ab 14 Jahren
Genre: Fun, Strategie
Spieldauer: 120 Minuten
Autoren: Andrew Sheerin, Andrew Tompkins
Illustrationen: Tom Morgan-Jones
EAN-Code: 5060121010161

Verpackung

Die Verpackung ist für ein Brettspiel ziemlich groß gehalten und beinaltet sämtliche Spielmaterialien. Die Illustration auf der Vorderseite gibt schon mal einen kurzen Einblick darauf, was den Spieler erwartet. Alles brennt, sogar die Eistüe eines kleinen Kindes. Die Welt brennt und nur Du kannst sie retten. Beginne (und beende vielleicht sogar) als Imperiums-Spieler und mach die Welt zu einem besseren Ort.

Abmessungen: folgt noch (Breite, Länge, Tiefe)
Gewicht: folgt noch

Inhalt

  • Weltkarte + Achse des Bösen
  • Wollmütze des Bösen (Evil Balaclava)
  • Gefechtsregeln (Rules of Engagement)
  • Kartendefinition (Card Appendix)
  • 65 Imperiumskarten (Empire Cards)
  • 47 Terroristenkarten (Terrorist Cards)
  • 6 Referenzkarten (Reference Cards)
  • 60 Öl-Counter (Oil Counters)
  • 15 Verstahlungs-Counter (Radiation Counters)
  • 300 Imperiums-Counter (Empire Counters)
  • 100 Terroristen-Counter (Terrorist Counters)
  • 2 Öl-Wurfel (Oil Dice)
  • 1 Aktions-Würfel (Action Die)
  • Block für geheime Nachrichten (Secret Message Pad)
  • jede Menge Geld (Lots of Money)

Wie ihr seht, das Material ist sehr umfangreich, verliert sich aber ein wenig in der riesigen Packung.

Die Spielelemente im Einzelnen:

War on Terror Weltkarte

  • Weltkarte

Die Weltkarte bei War on Terror ist eine fast detailgetreue Version der uns bekannten Welt. Regionen wie “Nowhere” oder auch “Middle of Nowhere” kennen wir als Südpol. Man beachte die Achse des Bösen (Axis of Evil), die die sechs Spielerfarben in sich vereint.

  • Gefechtsregeln & Kartendefinition  (Rules of Engagement & Card Appendix)

Diese Unterlagen dienen zum Verständnis des Spiels selbst. Die Spielregel umfasst den gesamten Spielablauf mit jeder Menge Beispielen. In der Kartendefinition findet man die Karten noch mal genauer beschrieben, um offene Fragen in alle möglichen Spielsituationen zu beantworten.

  • Imperiumskarten / Terroristenkarten (Empire Cards / Terrorist Cards)

Die Spiel umfasst jede Menge Karten für gute und böse Spieler. Die Imperien haben Zugriff auf die Imperiumskarten (schwarz). Zwei gibt es immer, weitere kann man für je 50 Millionen dazukaufen. Die Terroristenkarten (rot) sind nur den Terroristen und dem Evil Empire (das mit der Mütze) zugänglich, aber auch Imperien kommen unter Umständen an diese Karten heran.

War on Terror Spielmaterialien

  • Weiteres Spielmaterial (Counter, Notizblock, Mütze, Würfel)

Außerdem haben wir noch jede Menge anderes Material. So gibt es für jedes Imperium (Empire) drei verschiedene Arten von Spielsteinen, deren Farben zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig sind. Würfel und Markierungsblips sind ebenfalls dabei und die formschöne Wollmütze, die sich der Spieler des Evil Empire auch gerne aufsetzen kann, runden das Ganze ab.

  • Das Geld

Und nicht zu vergessen ist natürlich das liebe Geld. Dieses gibt es in den Werten 5, 10, 20, 50, 100 und 500 Millionen, frisch gedruckt von der Weltbank des Kapitalismus.

War on Terror Geldfor the profit of few at the cost of many
für den profit von wenigen auf kosten von vielen

Spielablauf

Das Spiel läuft in zwei Phasen ab, erst agieren die Empire-Spieler, dann sind der oder die Terroristen an der Reihe und bewegen oder ziehen ihre Einheiten zusammen.

Spielzug der Imperien

  1. Den Aktionswürfel werfen
  2. Zwei Imperiumskarten ziehen
  3. “Spielen”
  4. Den Öl-Ertrags-Würfel werfen

Der Aktionswürfel hat sechs Seiten. Es zeigt Zahlen, die die möglichen Entwicklungen (Developments), die das Imperium maximal durchführen kann. Dazu kommen noch drei Symbole, die entweder eine zusätzliche Imperiumskarte, das Mischen des Imperium-Kartenstapels oder das Drehen der Achse des Bösen bewirken.

Danach werden zwei Karten vom Imperiumstapel gezogen.

Das “Spielen” ist der komplexeste Teil eines Spielzugs. Hier können die folgenden, vier verschiedenen, Aktionen durchgeführt werden.

  • bis zu zwei zusätzliche Imperiumskarten kaufen (zu je 50 Millionen)
  • beliebig viele Karten spielen
  • Entwicklungen (abhängig vom Zahlenwert Aktionswürfel)
  • eine beliebe Anzahl von Terroristen von der Weltbank kaufen

Nachdem gespielt wurde, werden noch die Öl-Würfel geworfen und zeigen an, in welchen Ländern Öl gefördert und zu Geld gemacht werden kann. Die Ölproduktion ist von der Größe der Siedlung abhängig. Hier haben wir Dorf, Stadt und Metropole (Village, Town, City) zur Auswahl.

Spielzug der Terroristen

  1. Den Aktionswürfel werfen
  2. Zwei Terroristenkarten ziehen
  3. “Spielen”
  4. Den Öl-Ertrags-Würfel werfen

Der Aktionswürfel hat auch für Terroristen sechs Seiten. Es zeigt Zahlen, die die möglichen Bewegungen (Movements), die das Imperium maximal durchführen kann. Dazu kommen noch drei Symbole, die entweder eine zusätzliche Terroristenkarte, das Mischen des Terroristen-Kartenstapels oder das Drehen der Achse des Bösen bewirken.

Danach werden zwei Karten vom Terroristenstapel gezogen.

Das “Spielen” dauert auch bei den Schurken ein wenig länger, vor allem bei mehr als einem Terroristen, denn da muss man sich ja auch beraten.

  • bis zu zwei zusätzliche Imperiumskarten kaufen (zu je 50 Millionen)
  • beliebig viele Karten spielen
  • Bewegungen (abhängig vom Zahlenwert Aktionswürfel)
  • eine beliebe Anzahl von Terroristen von der Weltbank kaufen

Nachdem gespielt wurde, werden die Öl-Würfel geworfen auch wenn sie den Terroristen kein Geld mehr bringen, da nur Imperium-Spieler Öl anhand ihrer Ansiedlungen bekommen (Village, Town, City).

Das Spiel gewinnen

Sowohl die “Guten” als auch die “Bösen” können das Spiel gewinnen. Um zu gewinnen, muss man einen bestimmten Bereich der Welt “befreien”.

  • Imperium-Spieler benötigen mindestens eine Ansiedlung pro Region in einem Kontinent, um
    diesen für sich zu beanspruchen.
  • Jede Stadt zählt als ein Befreiungspunkt.
  • Die Summe der benötigten Befreiungspunkte ist von der Zahl der verbliebenen Imperien abhängig.

6 Imperien = 12 Befreiungspunkte
5 Imperien = 11 Befreiungspunkte
4 Imperien = 10 Befreiungspunkte
3 Imperien = 9 Befreiungspunkte
2 Imperien = 8 Befreiungspunkte
1 Imperium = 7 Befreiungspunkte

Die gesamte Welt ist nur 15 Befreiungspunkte wert ist, man sollte als früh damit beginnen Metropolen zu bauen. Erreicht man diese Punktzahl, hat man die Welt von allem Übel befreit und das Spiel gewonnen.

Fazit

Ein rabenschwarzes Spiel, dass nicht ohne Grund keinen Verlag gefunden hat, der es verlegen wollte. An vielen Stellen vielleicht etwas zu hart, zeigt es aber die Realität, die uns tagtäglich umgibt. Die drei Macher von War on Terror gründeten kurzerhand TerrorBull Games, die Firma die das Spiel produziert und vertreibt. Dieser Schritt hat sich durchaus bezahlt gemacht, denn mehrere tausend Kopien wurden bisher verkauft und seit Mitte April hat man ein zweites Spiel (Crunch) im Programm.

Im Verlauf des Spiels verschwimmen die Grenzen zischen “Gut” und “Böse” immer mehr und ehe man sich versieht, hat man sein hart erkämpftes Geld für die Hilfe ausgegeben, die sich eines Tages gegen einen selbst richten wird. Darum sollte man genau überlegen, ob man den Terrorismus finanziert oder die Kröten doch lieber für größere Städte ausgibt. Nicht zu unterschätzen sind die Spielkarten, die teilweise sehr mächtig sind und den einen oder anderen Lacher verursachen werden.

Wer genau hinschaut, wird bestimmte Elemente aus anderen Spielen wiedererkenne. So zum Beispiel Siedler bei der Ölförderung oder Risiko beim Erobern neuer Ländereien. Sehr zu empfehlen, hundsgemein und trotzdem immer wieder eine Spielrunde wert. Wer schon immer mal gemein sein wollte und darüber mit seinen Mitspielern lachen möchte, der sollte sich War on Terror unbedingt mal ansehen.

Wertung

Spiel Material
Interaktion SterneSterneSterneSterneSterne Anleitung SterneSterneSterneSterneSterne Glück SterneSterneSterneSterneSterne
Spielspaß SterneSterneSterneSterneSterne Umfang SterneSterneSterneSterneSterne Strategie SterneSterneSterneSterneSterne
Wiederspielwert SterneSterneSterneSterneSterne Verpackung SterneSterneSterneSterneSterne Schwierigkeit SterneSterneSterneSterneSterne
Gesamt SterneSterneSterneSterneSterne Gesamt SterneSterneSterneSterneSterne
Gesamtwertung SterneSterneSterneSterneSterne

Weitere Rezensionen

BoardGameGeek.com – War on Terror

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