You’re a boardgame – Du bist ein Brettspiel…

Mai 28, 2009 by Sir Charles Lytton  
Filed under Allgemeines

Bin gerade frisch von einem Trip nach London zurückgekommen, wo ich in nächster Zeit beruflicherwegen des Öfteren weilen werde (vielleicht finde ich ja da auch interessante Neuigkeiten für den Spieleabend!) und da hab ich mich mit nem guten Kumpel von früher getroffen, man sucht ja doch in der Fremde die Heimelichkeit.

Besagtem Kumpel habe ich von meinen neusten Projekten vorgeschwärmt, konkret meiner Spielewebsite und meiner Gastschreibertätigkeit auf dem Blog, welches gerade eure Aufmerksamkeit beansprucht.

Er hat mich darauf hin über die englische Einstellung zu Spielen aufgeklärt. In England sagt man zu einem Langweiler: You’re a boardgame, du bist ein Brettspiel.

Das hat uns erst einmal etwas ratlos zurückgelassen, wir konnten uns nicht darauf einigen, ob das nur ein Wortspiel mit bored und board ist oder Brettspiele für die Engländer einfach langweilig sind.

Ich glaube, es liegt daran, dass der englische Brettspielemarkt von deutschen Spielen dominiert wird. Und die Deutschen sind ja bekanntlich humorlos, fleißig, piefig, militaristisch und wirtschaftlich erfolgreich… was liegt also nahe, als Brettspiele = deutsch = langweilig zu sagen?

Für meine These, dass die Deutschen als Spielervolk bekannt sind, spricht auch sehr, dass es im Spielwarenladen eine deutlich kleinere Auswahl an Brettspielen gibt als bei uns. Die, die es gibt, haben dann aber dann auch oft den Original “Spiel-des-Jahres”-Siegel aufgedruckt, natürlich in deutsch ;-)

Wir waren dann auch noch in einem typischen Spieleladen (Rollenspiele, komplexe Spiele, witzige und kreative Spiele – natürlich auch War on Terror etc.) – ja, Spieleläden gibt es trotzdem und wahrscheinlich lügen die Verkäufer, wenn sie gefragt werden, wo sie arbeiten und sagen, sie arbeiten bei einem Bestattungsunternehmen.

Also dort wurden wir genau beäugt und ich hatte das Gefühl, wir wurden neidisch angeschaut ob unserer Herkunft aus dem Spieleparadis Deutschland.

Jedenfalls war es schon verwunderlich, dass man in dem Laden sogar deutsche Spiele ohne übersetzte Anleitung käuflich erwerben konnte. Dabei sprechen die Briten doch laut The Economist keine Fremdsprachen! Naja, vielleicht lernen ja gerade die langweiligen Briten deutsch, damit sie mehr Brettspiele spielen können…

Let’s play sagt also Sir Charles.

PS: Der Welt meiste Besucher von Online-Spielcasinos sind übrigens britischen Hausfrauen, die Sache mit dem Bridge ist wohl inzwischen out.

Die Börsen wackeln, wir spielen trotzdem: Zaster aka PIT wiederentdeckt

Dezember 4, 2008 by Sir Charles Lytton  
Filed under Gesellschaftsspiele, Kartenspiele

Meine neuste Entdeckung möchte ich euch nicht vorenthalten: lange dachte ich, das Spiel “Zaster” sei verschollen und erwog sogar schon, selbst Karten herzustellen. Nun aber hab ich das Spiel zufällig bei Winning Moves unter dem Namen PIT wiederentdeckt.

Kurz zum Spiel:
Gerade in Richtung Weihnachtszeit braucht man ja manchmal auch die Gelegenheit, Dampf abzulassen. PIT ist dafür das ideale Spiel: ein Kartenspiel mit einer Portiersklingel.

Ziel des Spiels ist es, ähnlich wie beim Quartett, gleiche Karten zu sammeln. Thematisch geht es darum, Gold, Erdöl etc. an einer Börse zu handeln.
So klingt das eher langweilig, der Clou ist aber: das Tauschen der Karten geht gleichzeitig über den Tisch. Wer Spiele wie Ligretto kennt, der weiß, welcher Actionfaktor da plötzlich mitmischt.

Jeder Spieler bekommt 9 Karten auf die Hand, bunt gemischte Rohstoffe. Der Geber eröffnet die Börse mit der Klingel. Dann wird gehandelt: jeder Spieler versucht, 1-4 gleiche Karten verdeckt zu tauschen, indem er in die Runde ruft: vierviervier, zweizweizwei etc. Das wird seeehr laut!
So versucht sich jeder, einen vollen Satz Kakao-Karten o.Ä. zusammenzutauschen. Sobald einer 9 gleiche Karten hat, schlägt er wie wild auf die Klingel.
Punkte gibts je nach Wert des Rohstoffs. Dann gibts noch den Bär und den Bullen, die sind Joker bzw. Schwarzer Peter.

Das Spiel geht schnell und macht ab 5 Spielern richtig Spaß.

Die Geschichte:
In den achziger Jahren gab es das Spiel bei Parker unter dem Namen Zaster. Man tauschte Dollar gegen Lire, Mark gegen Pfund. Wir hatten das Spiel auf sämtlichen Gruppenreisen mit, dort bekommt man ja auch leicht die 8 Spieler zusammen.
Allerdings gab es oft Probleme mit Jugendherbergen oder Pensionen. Eine drohte unserer Gruppe, wenn wir noch ein Mal dieses “Spiel mit der Klingel” spielen sollten, würden wir auf die Straße gesetzt. Ein andermal ging eine Gruppe zum Spielen – es war Sommer – einen halben Kilometer vom Haus entfernt an den Start. Trotzdem fühlten sich die Mitbewohner noch ob des hohen Lärmpegels gestört.

Auf jeden Fall ist das Spiel, das meine Eltern immer noch besitzen, so abgewetzt, dass es nur noch Sammlerwert hat und nicht mehr spielbar ist.

Zufällig bin ich nun im Internet auf einen Artikel über PIT gestoßen, das im Original von 1904 ist. Winning Moves schreibt, es sei von Parker als amerikanische Antwort auf Bridge eingeführt. War Bridge nicht ein kompliziertes Denkspiel? Naja…

Zwischendurch scheiterte eine Wiederververöffentlichung von Zaster wohl am Preis der Klingel, das hat Winning Moves wohl in den Griff gekriegt, das Spiel kostet immerhin unter 10 Euro, mit Klingel.

Wer sich für die Geschichte und für Bilder alter PIT-Spiele interessiert, kann hier fündig werden.

Also: die Börsen gehen in die Knie, spielt einfach selber Börse!
Viel Spaß beim Spielen,
Euer Sir Charles von Spielwiki.de

Zooloretto gesehen

September 19, 2008 by Sir Charles Lytton  
Filed under Einkaufstipps

… dann hab ich hier doch mal gleich einen Preistipp für euch:

ZoolorettoHabe gerade Zooloretto für 10,- Euro gesehen. Im Netz ist es mit 12,50 Euro plus Versand zu haben. Also ein Schnäppchen, aber nicht spottbillig. Gibt es in den Schönhauser Allee Arcaden im Spielzeugladen im Keller, links vom Plus.

Zooloretto ist das Spiel des Jahres 2007, im Spiel verwaltet jeder Spieler seinen Zoo. Ich hab es selbst noch nicht gespielt, kann also keine Meinung abgeben.

CiaoCiao,
Sir Charles aka Dietmar

Amazon vs. SpieleMax

September 18, 2008 by Sir Charles Lytton  
Filed under Einkaufstipps

Als ich früher mal zu Weihnachtszeiten im Spielebrett gejobbt habe, wurde mir gesagt: die größte Konkurrenz ist SpieleMax. Das war allerdings noch vor den Zeiten des Internets. Heute heißt es ja, im Internet ist alles billiger.

Neulich bin ich dann auf das Siedler-Würfelspiel gestoßen und da ich sowieso PIT kaufen wollte – ein absolut geniales Kartenspiel von 1904 (in den 80ern als Zaster von Parker vertrieben) und die Bayrische Feuerlöschübung für Illuminati – hab ich also bei Amazon zugegriffen. Die Siedler für 5,99 ist ja auch kaum schlagbar.

Da ich aber kurzfristig noch ein Geburtstagsgeschenk brauchte, bin ich bei SpieleMax in der Wilmersdorfer vorbei und siehe da: 3,99 für die Siedler-Würfel.

1 zu 0 für SpieleMax.

Nun brauchte ich allerdings mehr für den Geburtstag, ich dachte da an Drachenwurf (ich hatte die Videorezension von Mario Coopmann auf Amazon gesehen – übrigens bevor ich mitbekommen hatte, dass Sebastian ihn auch ins Blog hier geholt hat ;-) ). Das Spiel allerdings war bei SpieleMax für immerhin 11,99 zu kriegen, hätte ich es bei Amazon gekauft, wären es nur 9,95 gewesen.

Also jetzt stand es 1 zu 1 und ich war gefrustet. Nichts desto trotz, die Geschenke kamen gut an. Immerhin etwas!

Und was ist jetzt die Moral? Immer rechtzeitig Geburtstagsgeschenke einkaufen!

Spielerischen Gruss, Dietmar

PS: Kurz zu mir, damit ihr auch wisst, wer jetzt hier mal was schreibt:

Bin aus einer Spielerfamilie, schon meine Mutter hat in einem Spieleladen gearbeitet, ich habe schon im Spielebrett gejobbt. Hab früher viel (zu viel) Rollenspiel gespielt, heute mehr Gesellschaftsspiele. Momentan betreibe ich noch mit nem Kumpel Spielwiki.de, eine Seite mit Schwerpunkt Partyspielen.

Werde jetzt öfter mal hier was schreiben und den Spieleabend – hoffentlich – bereichern.